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1«Küchentischplaner» und freie Auftragsvergaben

Der Beginn der HHM Gruppe fällt in die Anfangszeit der Gebäudetechnik-Planung, in der die ersten Ingenieurbüros entstanden sind. Das Planer- und das Marktumfeld waren in jeder Beziehung anders. Noch in den 80er- und 90er-Jahren entschieden oftmals einzelne Beamte, wer den Zuschlag erhielt: «Ich vergebe meine Aufträge nur an Leute im Kanton», so eine vertraute Antwort. Die heutige Regulierungsdichte bei öffentlichen Auftragsvergaben gab es nicht. Wir erinnern uns gut an einen der HHM Unternehmens-Väter, dem die «Küchentischplaner» mit ihren Tiefflieger-Preisen stets ein Dorn im Auge waren. Denn gutes Engineering hat eben bis heute seinen Preis.

Die «geschützten» Planer-Territorien sind längst einem umkämpften Markt gewichen. Wir sind bereit für veränderte Spielregeln und neue Player.

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2Konjunkturelle Höhenflüge und planerische Durststrecken

Auf die 50er- und 60er-Boom-Jahre folgte in den 70er-Jahren ein heftiger Dämpfer. Verantwortlich für die Rezession war die Erdölkrise mit massiv gestiegenen Erdölpreisen. Mitarbeitende erinnern sich, dass es tatsächlich eine Zeit lang weniger Arbeit gab; dennoch blieben Kündigungen aus. Auf die 80er-Hochkonjunkturjahre folgte Anfang der 90er nochmals eine einschneidende Rezession; die gesamte Branche litt. Die nachfolgende Erholung und die 2000er-Jahre wurden bei HHM genutzt, um zu wachsen, wobei sich Aarau und Zürich lange ein personelles Kopf-an-Kopf-Rennen als «sportliche Rivalen» lieferten. Heute sind wir eine Unternehmens-Gruppe, umgeben von ökonomischen Bedingungen mit Negativzinsen. Was die Zukunft verspricht, war selten so unklar (oder spannend) wie heute.

Die bekannten Konjunkturzyklen folgen scheinbar neuen ökonomischen Regeln. Dennoch bleiben wir in nicht verlässlichen Zeiten verlässliche Dienstleister.

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3Vom Treibstoff zur Inspirations-Quelle

Migros, die ehemalige SBG (heute UBS), Zürich FIG (heute Flughafen Zürich AG) oder ABB und viele andere gehören zum langjährigen Kundenportfolio. In den Anfängen bis in die 90er waren nicht selten persönliche Kontakte aus Militär, Verbänden oder Serviceclubs wichtige Beziehungstreiber. Engineering-Leistungen wurden zu komplexen Angeboten geschnürt; man wusste schliesslich, was der Kunde will. Diese Perspektive wandelt sich. Heute versuchen wir Bedürfnisse zu antizipieren, wir feilen am Mehrwert oder verlassen mit Auftraggebern ausgetrampelte Planerpfade. Denn der zunehmenden Regulierung und Komplexität in Projekten werden wir unsere Kreativität nicht opfern.

Wir danken unseren treuen Kunden und Partnern. Sie dürfen ihre Messlatte für die kommenden 70 Jahre erwartungsvoll hochhalten.

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4Können trifft auf Perspektiven

Der amtierende HHM Verwaltungsratspräsident René Hert wurde per Zeitungsinserat gesucht und als Ingenieur eingestellt. Nach einem Anruf des Geschäftsleiters bei ihm zur Unzeit und einem Gespräch mit seiner Ehefrau heuerte der junge Hert in Aarau an. Zwar hat in den 70er- oder 80er-Jahren niemand von einem «War for Talents» gesprochen, der Begriff tauchte erst 1997 bei McKinsey & Company auf. «Aber wir hatten schon in den 80ern viel Arbeit und zu wenig Leute»; Mitarbeitende wurden in den 90er-Jahren auch mal mit Plakatkampagnen gesucht. Mit erheblichen Investitionen in die Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeitenden oder flexiblen Arbeitsmodellen haben wir uns erfolgreich gegen den ausgetrockneten Markt gestemmt.

Wir danken unseren Mitarbeitenden: für ihre Leidenschaft, ihre Professionalität und ihr Commitment zu HHM und unserer gemeinsamen Reise.

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5Von Stärken zum Mehrwert

Wir sind Ingenieure und Planer – und bleiben es – und trotzdem sind wir noch viel mehr. Der Elektro-Engineering-Fokus wurde bereits in den 2000er-Jahren auf zusätzliche Kompetenz- und Geschäftsfelder erweitert; HHM ist dennoch für viele der vertraute Elektro-Spezialist geblieben. Falsch ist das nicht, aber heute verstehen wir uns als Gesamt-Gebäudetechnik-Planer. Die HHM Innovation Journey hat unseren Vorstellungsraum erweitert und qualifizierte und engagierte Mitarbeitende sowie modernste Infrastruktur erweitern das Leistungsspektrum. An den HHM Qualitäten ändert sich nichts, aber an unseren Möglichkeiten und dem Nutzen für unsere Auftrag-geber.

Als digitale Gesamt-Gebäudetechnik-Planer interessieren uns Prozesse und Lösungen, welche die Möglichkeiten für noch mehr Kundennutzen ausschöpfen.

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6Nähe und Identität im Wandel

Zürich und Aarau markierten gut 40 Jahre lang die Ausgangspunkte der Unternehmens-Gruppe. 1994 kamen Zug, 2012 St. Gallen, 2013 Bern und 2014 Basel als Standorte dazu. Nahe beim Kunden, so das Credo. Es hat bis heute Gültigkeit. Auf dem Weg zur heutigen Gruppe bildete die Integration der Hugentobler Ing. HLKS GmbH in St. Gallen den vorläufigen Abschluss. Neben der physischen Präsenz wurde in die Marken-Identität und -Wahrnehmung investiert: Erste PR-Arbeiten für den Firmenauftritt schlugen 1987 mit fast CHF 40’000 zu Buche. 1998 ging die erste HHM Website online und 2001 wurden das Logo und der Schriftzug «HEFTI. HESS. MARTIGNONI.» als Marken registriert.

Nahe beim Kunden sein bedeutet mehr denn je, als Unternehmen von aussen nach innen zu denken und Markenversprechen erlebbar zu machen.

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7Fliegen auf Sicht war gestern

Lineare Unternehmensentwicklungen waren früher die Regel. Auch die HHM Geschichte zeichnete sich durch kontinuierliche Entwicklungsschritte aus. Die Eröffnung neuer Standorte, das Hervorbringen von neuen Dienstleistungen oder die gezielte Strategiearbeit zählen hierzu. Mit erheblichen Investitionen ins CAD «verpuffte» 1990 die Hoffnung auf eine tiefergreifende Revolution der Planung – doch die Branche ist im 2D-Modus stecken geblieben. Das machen wir mit der digitalen Transformation wett. Denn das mit der Linearität der Strategie war einmal: Die Welt geriet durch Globalisierung, Technologisierung oder Digitalisierung gehörig in Bewegung. Unsicherheit ist Teil des neuen Normals und an vorderster Front mitgestalten ist die beste Reaktion darauf.

HHM steht vor der wichtigsten und fundamentalsten Veränderung seiner Firmengeschichte, um unsicheren Zeiten mit angemessenen Antworten zu begegnen.

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8Strahlkraft hat viele Gesichter

HHM hat immer in der ersten Liga mitgespielt und Projekte mit nationaler Ausstrahlung realisieren dürfen. Wir geniessen das Vertrauen von innovativen Architekten und Bauherren. So wurden mit HHM Beteiligung das höchste Hochhaus der Schweiz und das erste Fussball-Stadion der neuen Generation realisiert. Leuchtturm-Charakter hatten auch die eingesetzten Technologien, die nicht selten HHM-Mitarbeitende forciert haben. Passion fürs Engineering steht deshalb am Anfang von Projekten mit Strahlkraft. Im Rückblick ist es die Leistung von vielen, von gemeisterten Herausforderungen und gelösten Problemen. Die Erinnerung an schlaflose Nächte mischt sich mit Stolz, zu etwas beigetragen zu haben, das überdauert.

Die Extrameile gehen und die Vision von Auftraggebern möglich machen, das geht über Passion, Teamgeist und es bedingt Durchhaltewille. Der Dank ist Stolz.

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9Wir melden uns in einer Woche!

Die Korrespondenz der 70er wurde auf einer mechanischen Schreibmaschine getippt. Rapidographen mit Tusche, Zirkel und Schablonen waren klassische Zeichner-Hilfsmittel. Dispositionen oder Installationen zeichnete man auf Transparentpapier. Mehrfarbige Installationspläne wurden im Plandruckverfahren hergestellt. Der 6-Farben-Druck beanspruchte eine Woche! Ein grosser Schritt war die Einführung des Natels 1978 (ein 20-kg-Kasten für gut CHF 10’000), in den 80ern taucht der Fax auf und Anfang 90er wurden für CHF 429’504 ganze vier CAD-Arbeitsplätze realisiert. Heute ist BIM (Building Information Modeling) Standard in der HHM Gruppe. Und mit BIM kommt eine fun-damentale Zäsur, weil sich die Art und Weise, wie wir planen, nach 70 Jahren verändert.

Der Zeichner-Fehler von damals ist heute mit einem Klick behoben. Das entbindet gute Planerinnen und Planer nicht vom vernetzten Denken, ganz im Gegenteil.

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10Mich interessieren Projekte, nicht «PS»

«Typisch HHM.» Das möchte man hören, wenn es um Attribute wie Qualität, Werteorientierung und Kundenfokus geht. Gleichzeitig können wir «Qualität» nicht generell definieren; es muss zum Kunden passen. «Typisch» hat deshalb viel mit Kultur und den Menschen im Unternehmen zu tun. Die sportlichsten Geschäftsautos oder vergoldete Arbeitsverträge waren nie ein Anreiz, um bei HHM zu arbeiten. Wir punkten lieber mit herausragenden Projekten, Entwicklungsperspektiven oder legendären Events wie der HHM Trophy. Und das Typische macht sich auch daran fest, dass die Weihnachts-Pralinen verlässlich kommen und Mitarbeitende die HHM Fashion stolz zur Arbeit tragen.

Unsere Identität sind die Mitarbeitenden. Sie verbindet die Vergangenheit und sie eint die gemeinsame Vision, etwas bewegen zu wollen.

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11Bereit für grosse Pläne

Wir sind ein überzeugter Lehr- und Lernbetrieb. Ein Lehrling der ersten Stunde erinnert sich: An einem Weihnachtsessen in den 70er-Jahren hatte er der Frau seines Chefs auf Nachfrage gesagt, es gehe ihm gut, nur der Lohn sei mager. Die «Klage» hatte sich mit CHF 50.– mehr Lohn ausgezahlt. Wir brauchen gute und manchmal überragende Planer und Ingenieurinnen. Am besten, man entwickelt sie in der eigenen Kultur und Academy. «Fördern und fordern» war bei HHM nie eine Floskel. Dabei haben wir Standards setzen können, von denen heute auch andere profitieren: So gäbe es als Beispiel den GEE-Studiengang an der Hochschule Luzern ohne Martin Hess und HHM nicht.

2021 starten wir als nächsten Meilenstein mit einem ersten FH-akkreditierten CAS-Studiengang in der HHM Academy.

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12Gestalten statt Überholtes verteidigen

Verbands-Engagements waren früher nicht selten ein Zeichen von Status: ob SBHI, usic-Vorstand, sia-Mitgliedschaft usw. Die Arbeit auf Verbandsstufe gehörte zum guten Ton. An den Rahmenbedingungen arbeiten wir bis heute. Es geht nicht um Besitzstandswahrung. Vielmehr zeigen wir Flagge: So gäbe es ohne HHM und die von Urs von Arx präsidierte Stiftung bilding keinen Building-Award, der junge Nachwuchs-Ingenieure begeistert. Oder als «Kind der ersten Stunde» im Innovationspark Zentralschweiz in Rotkreuz vernetzen wir uns im «Building Excellence»-Ecosystem. Dazu kommen Lernende und Weiterbildungswillige, die von HHM Mitarbeitenden an verschiedenen Institutionen unterrichtet werden. Etwas zu sagen haben ist kein Privileg, sondern eine Verantwortung.

Opinion Leader sein zielt nicht darauf ab, Privilegien zu verteidigen, sondern darauf, notwendige Entwicklungen mit Blick auf nächste Generationen anzupacken.

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13Der Zukunft Kontur verleihen

Das Gestalten und das Pionierhafte sind Teil des Ingenieur-Daseins. Wir haben uns als Dienstleister in der Vergangenheit darauf fokussiert, gute und verlässliche Ingenieure zu sein. Doch das reicht nicht mehr: Es bleiben Projektleiter und ihre Teams, die Prozesse und ihre eigenen Rollen auf dem Weg zu mehr Kundennutzen, Effizienz und Qualität hinterfragen. So beschreiten wir sukzessive den Weg in die neue Planerzukunft. Wir lernen mit den Möglichkeiten und den Unsicherheiten umzugehen. Dieses Mindset und die Bereitschaft resultieren in kleinen Optimierungen und reichen bis zur radikalen Innovation, wie wir sie im Rahmen von Innosuisse-Projekten gerade entwickeln.

Die Zukunft gehört den Mutigen, die bereit sind, die anstehenden Herausforderungen mit neuen Vorgehen in weitsichtige Lösungen zu überführen.

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