HHM e-kontakt 8 / Juni 2019

Neue Büros für HHM Aarau und 4U

 

 

Raum stärkt Kollektiv

Die Teams HHM Aarau und 4U haben im April neue, eigens konzipierte Büros bezogen. Im Interview mit den Co-Geschäftsleitern von HHM Aarau zeigt sich überraschendes in Bezug auf das Arbeitsverhalten, den Austausch oder auch den Geräuschpegel. Und es festigt sich die Erkenntnis, dass durchdachte Raum- und Arbeitsplatzkonzepte für die Kultur- und Organisationsentwicklung wesentlich sind.

 

Carmine D’Ambrosio und Oliver Vogel, ihr habt als Co-Geschäftsleiter mit euren Teams im April neue Büros im HANG-AAR in Aarau beziehen können. Was bedeutet dieser Schritt für euch und die Mitarbeitenden ganz grundsätzlich?

 

Es ist Fortsetzung und Neubeginn zugleich. Einerseits hebt die neue Infrastruktur unsere Bestrebungen für noch mehr Agilität in der Zusammenarbeit auf ein neues Niveau, andererseits ist es ein komplett neues Umfeld mit unzähligen Möglichkeiten für Begegnung und Kommunikation, die wir heute noch nicht abschliessend einschätzen können. Es ist eine Art Anfang, der gleichzeitig eine logische Fortsetzung ist: die Wertschätzung der Mitarbeitenden ist deutlich spürbar und kritische Stimmen oder Bedenken aus dem Vorfeld sind verstummt.

 

Welche Bedeutung haben der Raum, die Zonen und die Ausgestaltung von Arbeitsplätzen auf das Arbeitsverhalten der Mitarbeitenden? Was waren zentrale Anliegen und Ziele und wie habt ihr dabei von eigenen Planungskompetenzen profitieren können?


Es ist bekannt, dass die Abkehr von Einzelbüros die persönliche Produktivität oftmals nicht fördert. Die projektbezogene Kollaboration in den Projekträumen macht diesen Nachteil jedoch mehr als wett. Diese Zusammenarbeitskompetenz ist bereits vorhanden, muss aber noch weiter vorangetrieben werden. Dazu braucht es Spielregeln und die Bereitschaft, aktiv aufeinander zuzugehen.


Die neuen Räume stehen auch für unsere Erwartungen an Offenheit und Transparenz. Die verschiedenen Nutzungszonen stellen Angebote dar, um Kollaboration zu leben. Wesentlich bei der Planung war uns auch ein persönlicher Arbeitsplatz mit klarer Territorialität. Das eigene Planungs-Know-how reichte nicht ganz, um alle formalen und gestalterischen Belange abschliessend zu definieren. Wir haben deshalb Verstärkung geholt: von der FHNW und deren Institut für Angewandte Psychologie und einer Innenarchitektin. Gleichzeitig war erfreulich zu sehen, wie viele Kompetenzen im eigenen Haus vorhanden sind. Wir denken konkret an die Lichtplanung oder die Erstellung von BIM-Modellen und virtuelle Bemusterung und Begehung der künftigen Büros bis zur Gesamtleitung.

 

Welche ersten Beobachtungen und Erfahrungen habt ihr im neuen Grossraumbüro machen können? Was überrascht und freut euch dabei am meisten oder war so nicht erwartet?


Die oft gehörte Angst vor Lärm und Ablenkung können wir nicht bestätigen. Die akustischen Massnahmen greifen perfekt, manchmal scheint es beinahe zu ruhig. Trotzdem koppeln sich einige durch das Tragen von Kopfhörern aus dem Geschehen aus. Was für bestimmte Momente durchaus Sinn macht, kann aber zum Bumerang werden; es nützt wenig, wenn Diskussionen im Projektteam nicht bei allen ankommen. Diese Tatsache stört. Die neu gewonnenen Freiheiten müssen sich gleichzeitig weiter einspielen, und gute Beispiele gibt es zahlreiche: die Interaktion, auch dank neu geschaffenen Zonen und Räumen, trägt Früchte. Aufgrund von Dialog und Austausch entstehen Fehler oder Missverständnisse gar nicht erst. Wir schätzen die räumliche Transparenz und ihre Effekte sehr und hätten diesen Wert im Vorfeld so nicht vermutet.

 

Ihr seid auch in Bezug auf Organisations-Entwicklungsmassnahmen mit neuen Ideen unterwegs. Der Projektmarktplatz ist ein Aspekt. Beeinflusst die Arbeitsumgebung diese Weiterentwicklung in irgendeiner Weise?


Der Projektmarktplatz steht für eine grundlegende Denkweise und den gesamten Prozess der Projektbearbeitung. Damit beantworten wir wesentliche Herausforderungen der Auslastungsplanung und der Interaktion mit unserem Ecosystem. Die neuen Büros bilden eine Art Zwischenplateau im Projektmarktplatz. Wo wir heute sind, unterstreicht, dass wir bereits viel erreicht haben. Und es zeigt sich, dass es beim Marktplatz viel mehr um eine kulturelle Dimension als um eine reine Projektdrehscheibe geht.


Dieses Verständnis ist im Team weiter zu schärfen; die räumlichen Rahmenbedingungen passen zu dieser Kultur- und Arbeitsentwicklung. Es ist auch so, dass Mitarbeitende sich der Konsequenzen bezüglich Selbstorganisation und -verantwortung bewusst werden. Bevorzugter Arbeitgeber sein, maximale Flexibilität bereitstellen und auf fortschrittliche Arbeitsmodelle setzen ist das eine. Aber Freiheit fordert Verantwortung. Das ist eine Herausforderung, vor der zahlreiche mutige Unternehmen stehen. Wir lassen damit niemanden alleine und versuchen, die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit immer wieder mit neuen Orientierungspunkten zu verankern.

 

Darf man bei euch auch einmal spontan hereinschauen?


Selbstverständlich, jede und jeder bei uns ist nicht nur befugt, sondern dazu angehalten, über die fantastischen Büroräumlichkeiten und über unsere Art der Zusammenarbeit zu sprechen und dafür in unsere Büros einzuladen.

 

Interview: Christoph Wey, Leiter Kommunikation und Marketing und Opinion Leader Innovation, HHM Gruppe.

 

 

Einblick in die Büros von HHM Aarau und HHM 4U. Fotos: Philippe Hubler.